sie durfte nicht lachen . . .

Sie wusste, dass sie nicht lachen durfte, aber es war so lustig, ihn dabei zu beobachten, wie er den Plastikbecher an den Mund hielt und dann blubberte. Wie er das Wasser aufsog und gleich drauf wieder in den Becher hineinspritzte, ohne ihn dabei vom Mund zu nehmen. Sie ermahnte ihn mit strengen Worten und er lachte. Er grinste und machte weiter und das aber mit einem so großen Spaß, dass es ihr echt schwer fiel, ernst zu bleiben! Aber es war eine Unart und nicht sehr appetitlich, da die Essensreste sich dabei auch in den Becher verirrten. Aber er nahm sie ohnehin nicht ernst. Merkte er wirklich, dass sie innerlich nicht nur schmunzelte sondern lachte und das eigentlich auch sehr lustig fand? Wie würde das weitergehen? Würden Mutter und Sohn in weiterer Folge um die Wette rülpsen und sich dabei schief lachen? Beim An- und Ausziehen hatten sie ja auch schon so viel Spaß, wenn sie sich gegenseitig die Zunge ausstreckten und Grimassen dabei zogen und seltsame Laute von sich gaben. Das waren einfach die lustigsten Momente und sie genoss es so sehr! Konnte es dann falsch sein? Sie musste ihm doch zeigen, wie es sich gehörte und dass man das nicht tat. Im Pool oder in der Badewanne vielleicht, aber beim essen? Würde er wissen, dass er das nicht tun durfte, wenn er woanders war? Was war die pädagogisch richtige Reaktion? Sie wusste es nicht. Sie ließ ihn gewähren, versuchte, sich das Lachen zu verkneifen und würde ihm den Becher wegnehmen, wenn er noch mehr Blödsinn damit anstellen wollte. Wären sie woanders, wäre sie eh schon längst eingeschritten. Dann erhob er auf einmal seinen Zeigefinger schulmeisterlich und sagte mehrmals laut, deutlich und drohend „Nein“ und stellte den Becher ab. Offenbar erzog er sich selbst und er wusste nur zu gut, wie er sie zu Lachen bringen konnte

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