Öko Mode??

Voll motiviert – ein paar Stunden kinderfrei – habe ich mir vorgenommen, einmal diese unzähligen kleinen Geschäfte rund um die große Einkaufsstraße im grünen Bezirk etwas genauer zu inspizieren. Viele davon finden sich nämlich auch im Greenpeace fashion guide wieder. Ich bin an einigen schon oft vorbeigegangen, da ich ja in der Gegend gewohnt habe, aber ich habe sie nie so richtig registriert. Und man könnte meinen, die Öko- bio vegane Bewegung hat ihren Ursprung in dieser Gegend. Da ich meine Zeit effektiv nutzen muss, machte ich mir auf google maps sogar einen Plan, auf dem ich die Greenpeace Geschäfte eintrage. Voll cool. Ich war mir sicher, so mein neues nachhaltiges Lieblingslabel zu entdecken. Zugegeben, manchmal bin ich ganz schön naiv! Aber ich dachte wirklich, dass öko inzwischen ein echter Trend ist und auch vor der Mode nicht halt macht, aber offenbar ist mein Verständnis von Mode nicht ganz kompatibel mit Öko oder vegan oder Bio. Ja klar, von vegan bin ich weit entfernt aber ein bisschen öko und bio versuche ich so langsam ja zu werden. Aber – wie ich jetzt weiß – wohl kaum auf modischer Ebene. Es waren drei Welten, die sich da aufgetan haben. Die erste: Upcycling, also Taschen, Geldbörsen u.ä. aus Autoreifen, Feuerwehrschläuchen oder anderes Plastik, das statt auf dem Müll zu landen zu modischen Accessoires verarbeitet wird. An sich eine gute Idee, die Umsetzung – naja. Oder sagen wir es so – nicht mein Geschmack. Vor allem, wenn ich Müll vermeiden will, ist es einfach sinnvoller auch auf solche Produkte zu verzichten, was mir in diesem Fall nicht schwer fällt. Zweite Welt: kleine moderne helle Geschäfte, in denen nicht sehr viele, aber sehr bunte und wenn nicht bunt, dann exotisch gemusterte Kleidungsstücke hängen. Viele Leggings, übergroße Umhänge und Schals, ungewöhnliche Halsausschnitte. Preislich eher im oberen Segment, aber teilweise durchaus leistbar, obwohl es natürlich nach oben keine Grenze gibt. Einiges gar nicht übel, aber da bin ich wahrscheinlich einfach zu wenig experimentierfreudig oder einfach zu feig. Ich trage am liebsten klassische Basics, also dunkelblau, beige, schwarz, ab und zu etwas einfarbig buntes oder auch mal etwas kariertes, gestreiftes. (Nur im Sommer darf es auch mal ein Blumenmuster sein.) Und so etwas gab es in diesen Geschäften nicht. Jedes Kleidungsstück wollte einzigartig sein und trug die Handschrift des sicher sehr begabten Designers (oder der sehr begabten Designerin). Aber eben leider nicht meine Handschrift.
Und die dritte Variante der Ökoläden war für mich die nachhaltigste – nämlich echt verstörend. Offenbar will man in diesen Geschäften mit hilfe von Räucherstäbchen und heilsbringender Musikbeschallung irgendwelche Dämonen aus mir austreiben. Dass die dargebotenen Kleidungsstücke, die sich neben Steinen, Engels Armbändern und leuchtenden Kristallen finden, nicht den Weg in meinen mitgebrachten Kunsttoff(!!!) Beutel fanden, muss ich wohl nicht extra erwähnen.
Was ich aber auch gefunden habe, sind ein paar kleine Geschäfte, die unfassbar süße Babysachen haben. Auch fast alles nachhaltig aus Bio Baumwolle u.ä. Absolut nicht in meiner Preisklasse, Aber nur einen Lottogewinn und ein neues Baby entfernt! Als Baby könnte mich also richtig modisch ökologisch einkleiden, aber scheinbar nicht als erwachsene Frau!
Gesamt gesehen also ehrlicherweise ein Reinfall, oder positiv gesagt, eine Erfahrung reicher. Ein Geschäft sollte ich aber doch positiv erwähnen – Grüne Erde. Gehört aber eindeutig zu den Großen und befindet sich auch direkt auf der Haupteinkaufsstraße und ist wohl kein echter Geheimtipp. Neben Möbel, Kerzen, Einrichtung und Kosmetik (nicht plastikfrei, aber Natur) verkaufen sie auch Mode und die entspricht fast meiner Vorstellung. Da werde ich eines Tages sicherlich fündig!

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