noch ein Studienjahr!

Juhuuu, sie hatte das mail bekommen. Die Einaldung zur ersten Exkursion. Sie konnte ihr Glück kaum fassen. Sie kannte die Veranstaltungen schon aus dem letzten Jahr und sie hatte sich so gewünscht, wieder dabei sein zu können. Und dieser Wunsch war in Erfüllung gegangen. Sie freute sich ungemein! Und natürlich sagte sie gleich zu. Sie hatte im letzten Jahr so viel gelernt, so enorm viel für ihr Leben mitnehmen können, dass es schwierig war, das in Worte zu fassen. Die 5 Persönlichkeiten, die sie im vergangenen Studienjahr erleben durfte, hatten sie so darin bestärkt, ihren Weg weiter zugehen. Alle hatten ihr indirekt auf unterschiedliche Art und Weise zu verstehen gegeben, dass ihr eigener Weg der einzig richtige für sie sein konnte. Denn sie waren selber erfolgreich diesen Weg gegangen. Sie hatten Chancen im Leben ergriffen, die für andere nicht sichtbar waren, sie hatten Türen geöffnet, die verschlossen schienen, sie hatten ihr Leben in die Hand genommen und etwas daraus gemacht. Claudia Wiesner, die sie auf der Exkursion zur Wiener Wiesn kennenlernen durfte, war der Beweis dafür, dass es sich auszahlte immer wieder neu anzufangen, etwas Neues auszuprobieren und sich mit Herz und Seele darauf einzulassen, dass in einem Leben Platz war für viele Herzensprojekte, dass man nie wusste, was das Leben noch so für Chancen bieten würde. Dass es wichtig war, nicht statisch zu bleiben und allerspätestens dann neue Wege einzuschlagen, wenn man unzufrieden war.  Im Idealfall aber die Chance zu ergreifen, wenn sie sich einem bot. Mit offenen Ohren und Augen durch die Welt zu gehen, um Chancen und Weggabelungen überhaupt wahrnehmen zu können. „Glück muss man können“ – dieser Satz hatte sich eingeprägt. Denn in wie vielen Situationen, in denen Frau Wiesner die Chance entdeckt hatte, hätten andere gesagt: „Das geht jetzt nicht“. Ganz anders Thomas Geierspichler, von dem sie gelernt hatte, auf ihre innere Stimme zu hören, ihrem Bauchgefühl zu vertrauen, darauf zu vertrauen, dass es einen Weg für sie gab, die Kraft zu nutzen, die sie zur Verfügung gestellt bekam. Auszuleben, was ihr am Herzen lag. Die Kanäle zu öffnen, und die Energie durchzulassen. Sich zu öffnen, für etwas, was von oben kommt. Er hatte ihre Augen für eine Spiritualität der anderen Art geöffnet. Nicht krampfhaft am eigenen Unglück festhalten, sondern offen sein für etwas, was begeistert, für das, was einen bewegt. Den Weg zu gehen, der sich einem öffnet, auch wenn es so scheint, als würde man damit nie ans Ziel kommen. Er war den Weg gegangen und er hatte es geschafft. Sie wollte ihren Weg gehen und es auch schaffen – auch wenn sie noch wusste wie, aber das hatte Herr Geierspichler anfangs auch nicht gewusst. Thomas Müller bestätigte sie dann, dass alle Lebensbereiche wichtig waren. Dass es immer einen Ausgleich brauchte. Dass es wichtig war seine Umwelt wahrzunehmen und mit ihr in Kontakt zu treten, gerade in der anonymen Großstadt. Dass ein aufmunterndes Wort und ein Lächeln ein Leben verändern konnten. Und dass weder der Job, noch der Partner oder das Kind jemals das allein bestimmende im eigenen Leben werden durften. Dass es wichtig war auch sich selbst immer wieder wahrzunehmen, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Frau Coudenhove-Kalergi wiederum bestach durch ihre faszinierende Bescheidenheit und lehrte damit, dass die Sache im Mittelpunkt stehen musste, dass die Begeisterung, die Hingabe und Überzeugung das Wichtigste war. Dass man sich selber aus dem Projekt heraushalten sollte. Genauso wie es Herr Geierspichler und Herr Müller in gewisser Weise auch getan hatten.  Sowie Herr Geierspichler gesagt hatte, dass er nur die Energie nutze, die er von oben bekäme, so meinte Frau Coudenhove-Kalergi, sie hätte einfach nur die Geschichten erzählt, die passiert seien. Aber alle mit einem unglaublichen Fokus auf der Offenheit, auf der Wahrnehmung, darauf, wirklich hinzuschauen und zu erkennen, zuzuhören, aufmerksam zu sein, aufzunehmen. Und auch Herbert Föttinger bestätigte zum Abschluss, dass man seinen Weg selber gehen musste  – völlig unabhängig von der Vorstellung der anderen. Nur so waren alle bekannten Persönlichkeiten des vergangenen Studienjahres zu ihrem ungeplanten Erfolg gekommen. Das war eine der vielen Antworten, die sie auf die Frage „Wie haben Sie das gemacht?“ bekommen hatte. Sie war neugierig, was das kommende Studienjahr sie lehren würde.

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