Kind im Bett

Ihr Kind schlief bei ihr im Bett. Wenn ihr das jemand vor einigen Jahren gesagt hätte – hätte sie das für unmöglich gehalten! Sie hatte noch gut im Ohr, was sie immer zu hören bekommen hatte: man bekommt die Kinder dann nie wieder aus dem Bett! Partnerschaftliche Intimität (und mehr) ist dann über Jahre hin gestorben! Man schläft schlecht! Das Kind schläft dann niemals auswärts und wird ein klammerndes Mamakind. Und noch so einiges mehr. Mit ihrem Mann hatte sie die prinzipielle Vereinbarung getroffen, dass Torsby in seinem eigenen Bett schlafen sollte, anfangs im Elternschlafzimmer dann in seinem eigenen. Aus Anfangs wurden exakt 2 Nächte, schon in der dritten übersiedelte er nach nebenan, so schliefen sie beide besser. Stillen im Bett und im Halbschlaf, das konnte sie ohnehin nicht, sie hatte immer Angst das Kind zu erdrücken. Außerdem wollte sie das klar trennen – füttern, kuscheln, schlafen. Alles Grundbedürfnisse, aber sie fand es einfacher so. Auch wenn sie es liebte, wenn er untertags auf ihr einschlief, während sie auf der Couch saß. Dann schloss auch sie die Augen und genoss es, nicht selten ebenfalls schlafend. Das Aufstehen in der Nacht war ihr egal, solange sie in der Zeit dazwischen richtig gut schlafen konnte, und ihr unruhig atmendes Kind daneben hätte sie dieser notwendigen Erholung beraubt. Jetzt aber, nachdem er sein Früh-(manchmal Mitternachts-)Fläschchen fast schon selber zubereitet hatte, marschierte er immer schnurstracks ins Ehebett. Je tiefer die Nacht, desto schneller schlief er dann – im Ehebett – auch ein. Nicht ohne aber vorher sein Fläschchen ordentlich zur Seite gestellt zu haben. Und auch das liebte sie. Dann kuschelte er sich an sie oder an ihren Mann und sie schliefen alle drei noch ein bisschen. Wenn ihr Mann im Ausland war, hoffte sie sogar darauf, dass er schon mitten in der Nacht wach werden würde, damit sie ihn möglichst lange bei sich haben konnte. Wenn es dann so um sechs aus war mit Schlafen im elterlichen Bett ließ er sich meistens problemlos mit einem Sortiment an Büchern in sein eigenes Bett verfrachten, so gab es noch 1 bis 2 Stunden Ruhe, in denen alle Beteiligten noch einmal wegdösen konnten. Sie fand es super so. Und wieder einmal hatte sie etwas über Bord geworfen und ihren eigenen Weg eingeschlagen!

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