Greißlereien

Erster Besuch in einem Unverpackt-Laden, wie es die Deutschen nennen. Bei uns hat sich dafür der alte Begriff Greißler durchgesetzt. Also war ich gleich mal in der Lunzers Maß Greißlerei im Zweiten. Die relativ weite Anreise habe ich aber auch nur deshalb in Kauf genommen, weil mein Sohn in der Nähe Fussball spielt und ich ohnehin irgendwie eine Stunde überbrücken musste. Prinzipiell gefällt mir das! Man wiegt seine mitgebrachten Gefäße ab und füllt sie dann mit Grieß, Mehl, Gewürzen, Flocken, und was man halt sonst noch so braucht. Dann werden sie wieder abgewogen und man bezahlt die Menge, die man gekauft hat. Und ich finde es gar nicht sooo teuer. Na klar an den Diskonter kommen sie nicht heran, aber es ist ja auch alles bio und so gut wie möglich auch regional. Was ich allerdings etwas mühsam finde, ist das Einfüllen in die Gefäße, es gibt zwar Trichter, aber zu wenig Abstellfläche und entweder ich habe die falschen Gefäße oder ich bin einfach ungeschickt, aber es geht immer was daneben. Alternativ zu den eigenen Gefäßen könnte man auch Papiersackerln verwenden, das wäre immerhin Zero Plastic, aber halt nicht Zero Waste, . . Weiterer Nachteil ist, dass man vorher schon halbwegs planen muss, was man kaufen möchte, damit man die richtigen Gefäße in der richtigen Größe hat. Meine sind natürlich fast alle aus Plastik (einem schwedischen Möbelhaus sei Dank) und daher leicht und unzerbrechlich. Wenn ich meine Vorratsbehälter aber einmal durch Glasexemplare ersetzt habe, ist das Mitnehmen natürlich keine so gute Idee allein schon wegen des Gewichtes. Also doch Papiersackerln, die man möglicherweise wiederverwenden kann. Eine sinnvolle Alternative wären Stoffsackerl in verschiedenen Größen (natürlich aus Leinen oder ökologischer Bio Baumwolle . . .), die man irgendwie verschließen kann. Da fallen mir gleich die schwedischen Plastikclips ein, von denen ich ca. 10 in unterschiedlichen Größen habe. Aber das ist natürlich keine langfristige Lösung, besser ist wohl so ein Kordelzug. Das bedeutet aber, dass ich das im Idealfall selber nähe (aus nicht mehr verwendetet Tshirts oder Leintüchern, das wäre dann echtes Recycling) und DAS mache ich sicher nicht! Dieser Punkt bleibt vorerst offen. Vielleicht ein Wunsch an nähbegeisterte Freundin? Aber ich denke in diesem Fall tun es Papiersackerln auch. Und ich bin ja generell der Meinung, dass ein in Papier verpacktes Biomehl völlig ok ist. Ebenso Zucker und Haferflocken und was es halt sonst noch in unbeschichteter Papierverpackung gibt.. Aber wenn man sich mal damit beschäftigt, fällt einem auf, dass man oft entscheiden muss zwischen konventionellen Produkt in Papier und Bioprodukt in Plastikverpackung! Und das ist etwas,was ich überhaupt nicht verstehe!! Warum kann man Bio Teigwaren nicht auch in einen Pappkarton stechen, wie das Barilla tut? (ok – das Sichtfenster muss scheinbar sein, weil die Leute sehen wollen, wie die Nudeln in echt aussehen!!??) Auch im Bio Supermarkt, gibt es zwar immerhin viel unverpacktes Obst und Gemüse aber alles andere – Unmengen an Plastikverpackung? Was ist daran ökologisch??
Auch bei mir in der Nähe gibt es inzwischen “Der Greißler – unverpackt ehrlich” , aber leider noch ein sehr beschränktes Sortiment. Vielleicht hatte ich aber einfach nur Pech. Würde mich freuen, wenn es dort mehr gibt, dann werde ich Stammkundin! Das Apfelmüsli hat sogar meinen Mann restlos überzeugt! Was ich jetzt noch tun sollte, ist tatsächlich Preise vergleichen, aber das ist etwas, was mich überhaupt nicht freut. Aber wenn mir mal sehr fad ist, nehme ich auch das in Angriff! Generell habe ich aber das Gefühl, dass es nicht so viel teurer ist als andere Bio Produkte. Ich werde wieder hingehen!

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