Biomüll

Das ist so eine Sache mit dem Biomüll in einer Stadtwohnung. Ich will meinen Restmüll reduzieren, also muss ich Biomüll auch als solchen trennen und entsorgen. Klingt einfach – ist es aber nicht. Hauptproblem – wie sammeln? Biomüll ist immer irgendwie nass. Obstschalen, Gemüsereste u.ä. tun das ihrige dazu. Plastiksack kommt natürlich nicht infrage, aber die Biomüllsäcke – egal ob kompostierbares Bioplastik oder Papier halten nicht. Ich müsste also in einem Kübel sammeln, dann zur Biotonne (schräg gegenüber im Park – 2 Ampeln), dann wieder retour, Kübel auswaschen (im Sommer auf der Terrasse, im Winter in der Badewanne?? – echt jetzt?) und dann wieder von vorne. Äußerst unattraktiv! Und dann muss man zum Thema Bioplastik ja noch etwas sagen – das darf ja auch nicht in die Biotonne, und wenn man es doch da reinschmeißt (so wie andere die Billasackerln) wird es aussortiert und erst recht wieder zum Restmüll geworfen. Weil es zu langsam verrottet. Trifft auch auf alle tollen Neuerfindungen zu, wie kompostierbare Babywindeln (abgesehen davon sollen menschliche Ausscheidungen auch nicht in die Biotonne), Verpackungen aus Maisstärke und andere kompostierbare Verpackungen und Produkte. Also wozu dann, wenn das eh alles wieder in den Restmüll kommt? Die angeblich bessere ökologische Bilanz? Kann ich nicht überprüfen. Es wird zumindest kein neues Erdöl dafür gebraucht – ok. Es ist kein Plastik im eigentlichen Sinne – passt. Und wenn es im Meer oder in der Natur landet, dann verenden keine Tiere dran, weil es dort dann nach einigen Wochen wirklich verrottet. Eigener Komposthaufen? Wäre wohl das vernünftigste – aber nicht auf meiner Dachterrasse! Wirklich nicht! Also sollte ich auch darauf verzichten. Was mache ich dann mit meiner abbaubaren Holzzahnbürste, meinen Bambus-Wischtüchern? In die Biotonne – oder nicht? Aber ich komme vom Thema ab, weil ich immer noch nicht gelöst habe, wie ich meinen normalen Biomüll zur Tonne kriege. Wurmkiste. Naja, Würmer, die in einer Holzkiste bei mir zuhause (indoor oder auch outdoor) den Biomüll in Erde verwandeln oder so etwas ähnliches. Angeblich völlig geruchs- und relativ fliegenfrei. Man kann diese Kiste auch mit einem hübschen Polster dekorieren und als Sitzgelegenheit nutzen. Nicht billig in der Anschaffung (ok – kann man laut Anleitung im Internet natürlich auch selber basteln, dann kostet es nur das Holz, die Arbeitszeit, die ersten Kompostwürmer – also insgesamt fast umsonst – aber das überfordert meine Tischlerkenntnisse um ein vielfaches). Dann gibt es etwas, was sich Bokashi nennt. Plastikeimer, in dem man neben klassischen Biomüll auch Speisereste aller Art (praktisch mit 2 Kindern, wovon eines immer noch erst nach dem Kauen die Entscheidung für oder gegen das Schlucken trifft) sammelt und mit Mikroorganismen fermentiert, ruhen lässt (3 Wochen) und dann entstehende Flüssigkeit als Dünger nutzt und das entstandene Bokashi mit Erde zu Humus werden lässt (entweder in Erde eingraben oder mit Erde bedecken und wieder 4-6 Wochen ruhen lassen). Klingt gut – aber will ich das? Auch hier kann man fertige Sets kaufen (am besten zwei, weil eines ja immer ruhen muss) oder selber basteln. Das liebe ich besonders, seit ich mich um einen nachhaltigeren Lebensstil bemühe – was ich alles selber machen kann! Sagen wir besser: könnte! Denn ich bin kein echtes Bastelgenie und die einzige Kundenkarte, die ich mir nicht aufschwatzen habe lassen, ist die vom Baumarkt! Zu den beiden letztgenannten Möglichkeiten habe ich mich noch nicht durchringen können, das wird auch noch eine Weile dauern. Vor allem weil ich eine Wohnküche habe, das heißt, egal ob Bokashi (danke dafür – liebe Japaner!) oder Würmer – will ich das wirklich in meinem Wohnzimmer stehen haben? So verzweifelt bin ich noch nicht – obwohl mich meine eigene Biomüllentsorgung echt fordert! Ich werde berichten, wenn ich die ultimative Lösung gefunden habe!

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